19. Spieltag: VfL Jesteburg II vs. Young Boys Seevetal - 5:1 (Nachholspiel)
03.04.2010
Die im Nachholspiel beim VfL Jesteburg II gezeigte Leistung seines Teams beschrieb Young Boys Kapitän Jobst Fischer-Riepe treffend mit "Hinten pfui und vorne pfui!". Und er hatte recht, denn was sich zwischen An- und Abpfiff des zumeist guten Schiedsrichters abspielte, war aus Sicht der Gäste völlig überflüssig und schwer nachvollziehbar. Das Ergebnis mit 5-1 (2-0) gestaltete sich hingegen äusserst deutlich!
Das Spiel begann eigentlich vielversprechend, denn es ergaben sich für die Young Boys einige hochkarätige Chancen, um in Führung zu gehen. Mitte der ersten Halbzeit kamen dann auch die Jesteburger besser ins Spiel und hatten Glück, nach einer unübersichtlichen Situation einen Foulelfmeter zugesprochen zu bekommen. Doch diese Möglichkeit wurde durch einen starken Reflex von Young Boys Keeper Jens Horn zunichte gemacht. Nur wenig später bekamen dann die Young Boys einen ebenso streitbaren Elfmeter, der durch Aaron Weingarth vergeben wurde. Und es kam noch schlimmer. Die Unkonzentrierheiten nahmen zu, zwischen Abwehr und Angriff klaffte ein großes Loch und die Defensivbemühungen wurden zunehmend vernachlässigt. So war das 1-0 in der 30. Minute und das 2-0 nur zehn Minuten später vor allem einzelnen Young Boys anzukreiden, die den Ball entweder nicht konsequent genug aus dem Strafraum klärten oder ihn durch unnötige Leichtsinnigkeit den Jesteburgern überliessen. Daher endete ein ausgeglichener erster Durchgang mit einem äusserst ärgerlichen Zwischenstand!
Zur zweiten Halbzeit wurde durch einige Umstellungen versucht, ein erfolgreicheres Team auf den Platz zu schicken. Eine Maßnahme der Trainer, die letztendlich völlig verpuffen sollte. Zwar hatten die Young Boys gleich mit dem Wiederanpfiff die Gelegenheit zum Anschlusstor, doch die Querlatte stand dem sehenswerten Volleyschuss von Aaron Weingarth im Wege. Anders erging es dem jungen Jesteburger Team, das in der 52. Minute einen guten Angriff in Zählbares ummünzte, so dass mit dem 3-0 eine Vorentscheidung fallen sollte. Nun nahm die Partie den Charakter eines Freundschaftsspiels an. Die Young Boys warfen noch einmal alles nach vorne und entblössten so ihre ohnehin wacklige Abwehr. Die VfLer standen zwar ebenso wenig sicher, hatten aber aufgrund der eklatanten Chancenverwertung ihrer Gegner keinen wirklichen Grund zur Sorge. Und da ihre Angreifer den Young Boys in Bezug auf Effizienz eine Lehrstunde erteilten, fielen sogar noch die Treffer zum 4-0 (65. Minute) und 5-1 (75. Minute). Das zwischenzeitliche 4-1 vor Stephan Friebel diente lediglich zur wenig tröstlichen Schönung des katastrophalen Ergebnisses. So stand am Ende einer sehr fairen Partie die höchste Niederlage der Saison fest, die sicherlich vermeidbar war. Doch mit der gezeigten Leistung war es an diesem Spieltag unmöglich zu punkten, da vor allem Zweikampfverhalten und Konzentration über lange Strecken der Spielzeit weitestgehend fehlten. Nur so ist es zu erklären, dass trotz einer ausgeglichen Anzahl von Tormöglichkeiten eine Niederlage mit vier Toren Unterschied hingenommen werden musste!
Nach dem Schlusspfiff fasste Young Boys Legende Tillmann Hübner das Geschehen treffend zusammen und bescheinigte seinem Gesprächspartner in Bezug auf die Leistung seines Teams grinsend "...schon bessere Spiele gesehen zu haben!", um dann mit einem beherzten Biss in die Jesteburger Bratwurst weitere Kommentare zu vermeiden.