20. Spieltag: Young Boys Seevetal vs. TuS Fleestedt - 2:2 (Nachholspiel)

05.04.2010

Am Ostermontag gastierte der abstiegsbedrohte TuS Fleestedt bei den Young Boys und es sollte eine denkwürdige Partie werden. Fleestedts Trainer sprach nach Abpfiff von einem "Spiel, über das noch lange gesprochen werden wird!", während die Spieler beider Teams gemeinsam den abwechslungsreichen Spielverlauf Revue passieren liessen. Doch zum Hauptdarsteller wurde letztendlich einer, der es eigentlich nicht werden sollte.

Die ersten 20 Minuten plätscherten so dahin, auch wenn die Young Boys bei frühlingshaftem Wetter wie über die gesamte Spielzeit einen etwas spielstärkeren Eindruck hinterliessen. Doch dann wurde es turbulent. Nach einem Kopfballduell innerhalb des Strafraumes entschied der Schiedsrichter zur Verwunderung von "Freund und Feind" auf Elfmeter. Zwar kam es zu einer Berührung zwischen Jobst Fischer-Riepe und seinem Gegenspieler, ein Foul war aber kaum zu erkennen. Darüber regte sich der Gästecoach lautstark auf, um daraufhin auf die nicht vorhandene Tribüne verbannt zu werden (in der Halbzeitpause konnte sich der TuS-Trainer aber schon wieder über seine Begnadigung freuen). Als sich die Gemüter etwas beruhigt hatten, versenkte Aaron Weingarth gegen seinen ehemaligen Verein wuchtig zum 1-0. Die gut besuchte Partie blieb spannend, wobei die Gäste innerhalb des ersten Durchgangs zu keiner wirklichen Torchance kamen. Somit ging es mit der knappen Führung in die Pause. Die Young Boys zeigten sich gleich zu Beginn gewillt, ihren Vorsprung auszubauen. Das Team machte Druck und es gab in dieser Phase des Spiels nur eine agierende Mannschaft. Die Fleestedter wirkten verunsichert und schafften es in der 55. Minute nicht, einen starken Pass von Boris Tollning in den Lauf von Stephan Friebel zu verhindern. Dieser drang in den Sechzehnmeterraum ein und wurde eindeutig zu Fall gebracht, so dass folgerichtig auf Elfmeter entschieden wurde. Nun schnappte sich Benjamin Wedemann selbstbewusst das Spielgerät und erzielte mit seinem Versuch vom Punkt das 2-0. In der Folgezeit waren die Young Boys dem dritten Treffer näher als die Fleestedter einem Anschlusstreffer und doch sollte sich das vermeintlich entschiede Spiel zur Überraschung der Beteiligten doch noch drehen. Nach einer Flanke schoss ein eingewechselter Fleestedter flach ein, der abgefälschte Schuss wurde für Thomas Harder unhaltbar und bedeutete das 2-1. Mitentscheidend für die Wende war dann die gelb-rote Karte gegen Young Boy Onno Hehling. Eine Entscheidung, die von beiden Mannschaften kopfschüttelnd und verwundernd registriert wurde. Doch was war passiert? Unmittelbar nach seinem langen Pass wurde der Young Boy vom Fleestedter Torschützen recht energisch gefoult. Als sich dieser fairerweise beim am Boden liegenden Gegenspieler entschuldigte und sich beim Unparteiischen die fällige gelbe Karte abholen wollte, kassierte stattdessen der Gefoulte die Verwarnung. Als Begründung diente eine angebliche Schwalbe. Unfassbar! Zu zehnt und mit einer nur 48 Stunden vorher bestrittenen Partie in den Beinen, die Fleesteder hatten dagegen spielfrei, wurde es nun eng. Doch Glück und Pech wechselten nun fast minütlich die Seiten. So profitierten die Young Boys nach einem Tor von der Abseitsentscheidung des Gespanns, die vermutlich nicht gegeben war. Doch der Druck wurde größer und gipfelte für das angereiste Team in einem fulminanten Sonntagsschuss. Und das an einem Montag! Der Ball schlug knapp unterhalb des Winkels am Innenpfosten ein und bescherte dem Spiel in der 85. Minute das 2-2. Kurz vor dem Ende war es noch einmal Kristof Mehlan, der mit seinem Versuch am TuS-Keeper scheiterte, bevor die Partie ein unrühmliches Ende nahm. Nach einem ungeahndeten Zweikampf vor der Gästebank wurde der Schiedsrichter durch einen Fleestedter Auswechselspieler beleidigt, der Sekunden vor dem Schlusspfiff die rote Karte hinnehmen musste.

Die Punkteteilung war aus Sicht der Young Boys sicherlich ärgerlich, da die Mannschaft über weite Strecken die bessere Leistung ablieferte. Am Ende fehlte vielleicht in einer fairen Begegnung etwas die Kraft und das nötige Quentchen Fortune. Die Fleestedter trugen ihren Teil zum Unentschieden bei, indem sie sich wacker gegen die Niederlage stemmten und vor allem in der Schlussviertelstunde zeigten, dass mit ihnen im Kampf um den Klassenerhalt auf jeden Fall noch zu rechnen ist.

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